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Horizonte erweitern 18. September 2008, 22:11 EST : -77°56'13.20"E / -1°5'9.60"N (Haus der Bauernfamilie im Urwald)

Der heutige Tag ging gewoehnlich (d.h. im Sinne der letzten beiden Tage) los. Um 8 Uhr fruehstuecken, dann mit den Gummistiefeln in den Dschungel und sich Dinge ansehen (heute die kultivierten Pflanzen der Einheimischen sowie Demonstration von Fallen zum Fangen von Tieren), anschliessend zurueck zu den Cabañas, in den Haengematten auf das Mittagessen warten, essen und schliesslich Siesta. Nachmittags stand dann auf dem Programm, zu einer ansaessigen Bauernfamilie zu gehen und sich dort etwas mit typisch einheimischen Speisen bekochen zu lassen (Richard hatte dann endlich mal die Moeglichkeit sein “typical ecuadorian food”, nach dem er in dem einen oder anderen Restaurant bisher fragte, zu bekommen.).

Der Weg dorthin fuehrte (mittlerweile unspektakulaer) ueber Stock, Stein, Schlamm und Wasser. Unterwegs warf sich aber noch eine Schlange in unseren Weg, was uns mal die Moeglichkeit gab, eine in freier Wildbahn zu fotografieren. Am Haus der Bauern (etwa geographische Koordinaten) angekommen war dann auch erstmal Warten angesagt. Das Essen wurde klassisch von der Frau zubereitet. Ueberhaupt war die klassische Rollenverteilung der Situation sehr deutlich anzumerken. Die Frau stand immer im Hintergrund und war sozusagen Dienerin im Hause des Herrn, der es sich auf dem Boden luemmelnd (sein Sohn tat es ihm gleich) gut gehen liess und sich mit Orlando unterhielt.

Zwischendurch nahm Orlando dann einen Schale, hielt sie uns unter die Nase und sagte uns, dass es das gleich zu essen gaebe. In der Schale waren 7 fette, etwa 5 Zentimeter lange, wabernde Larven. Laut Orland kappt man den Stamm einer Palme in etwa einem Meter Hoehe, wartet einen Monat und kann dann diese kleinen Tierchen ernten. Mittlerweile war ein gewisser Ausdruck des Ekels auf Richards und meinem Gesicht zu erkennen. Ok, warten wir erstmal ab. Lebend sollen wir die Larven zumindest nicht essen. Sie wurden erstmal recht brutal bei lebendigem Leibe ausgenommen (danach zuckten sie immer noch ein bisschen), dann in feuerfeste Blaetter gewickelt und auf die Glut gelegt. Inzwischen war unser Ekel einem “Gegessen wird, was auf den Tisch kommt”-Wagemut gewichen (wir wollten jetzt ja auch keine Gelegenheit verstreichen lassen, die so schnell nicht wieder kommt.). Neben der genannten Delikatesse gab es Fisch, kleine, gekochte Bananen, ein weiteres Gemuese, das etwas wie Kartoffeln schmeckte, und als I-Tuepfelchen eine selbstgemachte Chilisosse.

Nach einiger Zeit war dann alles angerichtet und lag schoen auf Blaettern serviert vor uns. Die Larven waren etwas geschrumpft, hatten ihre gelbliche Farbe gegen ein grauweiss getauscht und sahen insgesamt vielleicht eine Haaresbreite appetitlicher aus (immerhin bewegten sie sich nicht mehr). Richard nahm sich gleich zu Beginn eine davon, ich wartete erstmal noch und griff dann auch zu. Wenn sie erstmal im Mund sind, dann geht’s auch. Wirklich abscheulich schmecken sie nicht, meine Lieblingsspeise wird’s aber auch nicht werden. Der Kopf ist recht knusprig und der Koerper weder schleimig noch wirklich fest. Am besten man probiert es selbst einmal :P

Nach dem Verabschieden (klare Aufgabe des Mannes; mehr als Zuwinken der Frau, die im Hintergrund gerade eine Schale abwaescht, ist nicht drin, wenn man den breit in der Tuer stehenden Mann nicht umrennen will) ging es dann wieder zurueck durch den Wald und schliesslich mit dem Wagen ganz zurueck ins Hostal. Dort begegneten wir erstmal einer Schweizerin, die alleine unterwegs ist, und 3 weiteren Deutschen, die morgen mir ihrer Dschungeltour starten. Nach ein bisschen “Was machst du hier?”, “Wie lange bist du schon in Ecuador?” und weiterem Erfahrungsaustausch konnten wir dann nach 3 Tagen mal wieder duschen. Bis auf das “Duschen” unter dem Wasserfall und dem Baden in der Lagune am ersten Tag und das Tubing am zweiten Tag, hatten wir nur einen Wasserhahn in den Cabañas, der gerade einmal genug Wasser spendete, um sich die Zaehne zu putzen und die Haende/das Gesicht zu waschen.

Die Bilder zu den drei Tagen gibt es dann morgen. Der Besitzer von dem Internetcafe hier moechte gerne seinen Laden zu machen.

Zugehoerige Gallerie: Dschungeltour Tag 3

— christopheraue

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