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 Umplanung 21. September 2008, 17:23 EST : -76°59'7.26"E / -0°28'13.80"N (Hostal Lojanita in -77°53'11.40"E/-1°1'33.60"N;-77°48'34.20"E/-0°59'56.40"N;-77°47'5.28"E/-0°43'54.12"N;-77°18'54.00"E/-0°42'0.00"N;Coca)

Urspruenglich hatten wir geplant, dass wir noch eine Kanu-Paddel-Tour im tieferen Urwald machen; auch, um moegleicherweise mal ein paar Tiere vor die Nase zu bekommen. Vor unserer ersten Dschungeltour haben wir uns deshalb mit dem einzigen uns bekannten Anbieter solcher Trips in Verbindung gesetzt, der fuer den von uns angepeilten Termin allerdings schon ausgebucht war. Viel zeitlichen Spielraum fuer einen weiteren Ausflug haben wir allerdings nicht, da wir am Ende des Urlaubs noch ein paar Tage am Pazifik verbringen wollen.

Nachdem wir am Freitag, dem Tag nach unserer Dschungeltour, erstmal ausgeschlafen, gefruehstueckt und die Fotos hochgeladen haben, haben wir uns weiter nach Angeboten von Paddeltrips umgesehen. Eine Tour im Motorkanu oder eine weitere an Land kommt fuer uns nicht in Frage. Nur scheint es eben hauptsaechlich solche zu geben. Wir haben uns dann ueberlegt, erstmal einfach weiter nach Coca zu reisen. Unser deutschsprachiger Hostalbesitzer in Tena konnte uns ein paar Anhaltspunkte fuer die Region um Coca herum geben, falls wir auch vor Ort nicht fuendig wuerden. So gab er uns die Adresse von seinem Onkel, in dessen Cabañas wir im Urwald uebernachten koennten (das ist aber nichts halbes und nichts ganzes).

Wir fuhren dann gestern mit dem Bus 6 Stunden hier herueber (waehrend der Busfahrt war es sogar erstaunlich angenehm kuehl). Bis jetzt hat sich hier aber nichts weiter fuer uns ergeben. Morgen muesste die Tour schon starten, damit das mit dem Pazifik noch klappt. Insofern haben wir den Paddeltrip auf Eis gelegt und begeben uns bereits morgen an die Kueste. Wir fliegen dort hin und sparen uns damit gut 20 Stunden Busfahrt. Morgen frueh geht’s von Coca nach Quito und abends dann weiter von Quito nach Manta.

In Manta und weiter im Sueden warten auf uns dann Sandstraende mit Palmen, Piña Colada, Pelikane, Albatrosse, Buckelwale und Surfkurse. Wird sicher auch ganz nett ;)

Hier in Coca ist es gerade richtig, richtig heiss und die Sonne knallt vom Himmel. Besonders schoen ist die Stadt allerdings nicht. Einzig die Uferpromenade am Rio Napo ist einen Besuch wert. Jetzt baumelt der Tag so vor sich hin. Viel gibt’s halt nicht zu tun und bei der Hitze will man auch nicht viel machen.
Uebernachten tun wir hier im Hotel Lojanita (vgl. Koordinaten). Es ist in Ordnung, nichts besonderes, aber recht guenstig. Was will man mehr.

— christopheraue
Horizonte erweitern 18. September 2008, 22:11 EST : -77°56'13.20"E / -1°5'9.60"N (Haus der Bauernfamilie im Urwald)

Der heutige Tag ging gewoehnlich (d.h. im Sinne der letzten beiden Tage) los. Um 8 Uhr fruehstuecken, dann mit den Gummistiefeln in den Dschungel und sich Dinge ansehen (heute die kultivierten Pflanzen der Einheimischen sowie Demonstration von Fallen zum Fangen von Tieren), anschliessend zurueck zu den Cabañas, in den Haengematten auf das Mittagessen warten, essen und schliesslich Siesta. Nachmittags stand dann auf dem Programm, zu einer ansaessigen Bauernfamilie zu gehen und sich dort etwas mit typisch einheimischen Speisen bekochen zu lassen (Richard hatte dann endlich mal die Moeglichkeit sein “typical ecuadorian food”, nach dem er in dem einen oder anderen Restaurant bisher fragte, zu bekommen.).

Der Weg dorthin fuehrte (mittlerweile unspektakulaer) ueber Stock, Stein, Schlamm und Wasser. Unterwegs warf sich aber noch eine Schlange in unseren Weg, was uns mal die Moeglichkeit gab, eine in freier Wildbahn zu fotografieren. Am Haus der Bauern (etwa geographische Koordinaten) angekommen war dann auch erstmal Warten angesagt. Das Essen wurde klassisch von der Frau zubereitet. Ueberhaupt war die klassische Rollenverteilung der Situation sehr deutlich anzumerken. Die Frau stand immer im Hintergrund und war sozusagen Dienerin im Hause des Herrn, der es sich auf dem Boden luemmelnd (sein Sohn tat es ihm gleich) gut gehen liess und sich mit Orlando unterhielt.

Zwischendurch nahm Orlando dann einen Schale, hielt sie uns unter die Nase und sagte uns, dass es das gleich zu essen gaebe. In der Schale waren 7 fette, etwa 5 Zentimeter lange, wabernde Larven. Laut Orland kappt man den Stamm einer Palme in etwa einem Meter Hoehe, wartet einen Monat und kann dann diese kleinen Tierchen ernten. Mittlerweile war ein gewisser Ausdruck des Ekels auf Richards und meinem Gesicht zu erkennen. Ok, warten wir erstmal ab. Lebend sollen wir die Larven zumindest nicht essen. Sie wurden erstmal recht brutal bei lebendigem Leibe ausgenommen (danach zuckten sie immer noch ein bisschen), dann in feuerfeste Blaetter gewickelt und auf die Glut gelegt. Inzwischen war unser Ekel einem “Gegessen wird, was auf den Tisch kommt”-Wagemut gewichen (wir wollten jetzt ja auch keine Gelegenheit verstreichen lassen, die so schnell nicht wieder kommt.). Neben der genannten Delikatesse gab es Fisch, kleine, gekochte Bananen, ein weiteres Gemuese, das etwas wie Kartoffeln schmeckte, und als I-Tuepfelchen eine selbstgemachte Chilisosse.

Nach einiger Zeit war dann alles angerichtet und lag schoen auf Blaettern serviert vor uns. Die Larven waren etwas geschrumpft, hatten ihre gelbliche Farbe gegen ein grauweiss getauscht und sahen insgesamt vielleicht eine Haaresbreite appetitlicher aus (immerhin bewegten sie sich nicht mehr). Richard nahm sich gleich zu Beginn eine davon, ich wartete erstmal noch und griff dann auch zu. Wenn sie erstmal im Mund sind, dann geht’s auch. Wirklich abscheulich schmecken sie nicht, meine Lieblingsspeise wird’s aber auch nicht werden. Der Kopf ist recht knusprig und der Koerper weder schleimig noch wirklich fest. Am besten man probiert es selbst einmal :P

Nach dem Verabschieden (klare Aufgabe des Mannes; mehr als Zuwinken der Frau, die im Hintergrund gerade eine Schale abwaescht, ist nicht drin, wenn man den breit in der Tuer stehenden Mann nicht umrennen will) ging es dann wieder zurueck durch den Wald und schliesslich mit dem Wagen ganz zurueck ins Hostal. Dort begegneten wir erstmal einer Schweizerin, die alleine unterwegs ist, und 3 weiteren Deutschen, die morgen mir ihrer Dschungeltour starten. Nach ein bisschen “Was machst du hier?”, “Wie lange bist du schon in Ecuador?” und weiterem Erfahrungsaustausch konnten wir dann nach 3 Tagen mal wieder duschen. Bis auf das “Duschen” unter dem Wasserfall und dem Baden in der Lagune am ersten Tag und das Tubing am zweiten Tag, hatten wir nur einen Wasserhahn in den Cabañas, der gerade einmal genug Wasser spendete, um sich die Zaehne zu putzen und die Haende/das Gesicht zu waschen.

Die Bilder zu den drei Tagen gibt es dann morgen. Der Besitzer von dem Internetcafe hier moechte gerne seinen Laden zu machen.

Zugehoerige Gallerie: Dschungeltour Tag 3

Attack of the ants 17. September 2008, 18:40 EST : -77°56'6.00"E / -1°5'52.80"N (Die Cabañas im Urwald in -77°53'11.40"E/-1°1'33.60"N;Serena)

Im Primaerwald stehen grosse, kraeftige Baeume; im Sekundaerwald nicht. Stattdessen gibt es viele kleine, da die grossen abgeholzt wurden, damit sie den kultivierten Pflanzen nicht das Licht rauben.

Der Trip gestern fand komplett im Primaerurwald statt. Heute startete es im Sekundaerurwald, aber bald landeten wir auch wieder im unberuehrten Primaerwald. Orlando, unser Guide, zeigte uns fleissig nuetzliche Pflanzen, hielt nach Tieren Ausschau und erklaerte uns in einem Mix aus spanisch und englisch, was es mit den einzelnen Dingen auf sich hat. Ein bestimmter Baum names Sangre de Drago (Blut des Drachen) liefert beispielsweise Saft, der zur Wundenbehandlung (der Saft enthaelt Penicillin) oder als Make-Up genutzt werden kann. Aus den Blaettern einer anderen Pflanze baute Orlando uns Kopfschmuck und Faecher. Mit diesen Blaettern werden ebenso die Dächer der Haeuser hier (z.B. der Cabañas) gedeckt.

Groessere Tiere gab es unterwegs kaum zu sehen. Einmal sah ich einen Affen in einiger Entfernung zwei Baeume weiter springen. Ansonsten sahen wir hauptsaechlich kleineres Getier. Fur einen Kolibri, der direkt vor unserer Nase herflog, war ich leider zu langsam. Die Dinger sind verdammt schnell.

In der zweiten Haelfte des Vormittags wurden wir (bzw. hauptsaechlich ich) dann, waehrend uns Orlando gerade wieder etwas (diesmal eine Rueckenbuerste zum Duschen) bastelte von einer Armee Ameisen angegriffen. Wir hatten uns wohl versehentlich auf ihr Nest gestellt. Ich bemerkte den ersten Biss in meinen Bauch, dachte mir noch so “Was macht die denn da?” und sah im naechsten Augenblick, dass mein gesamtes linkes Bein voll von diesen Tieren war. Schnell den Standort wechseln war angesagt und die Biester abschuetteln. Das dauert bei gefuehlten Millionen Ameisen am Bein natuerlich so eine Weile. Waehrend dessen bissen die oben angekommenen und unter mein Shirt gekrabbelten 6-Beiner fleissig weiter zu. Das zwickt dann immer so ein bisschen, ist aber sonst bei den kleineren Ameisen (wir haben auch richtig grosse gesehen) nicht weiter gefaehrlich.
Auf dem weiteren Weg zwickte es dann noch immer mal wieder. Die letzte Ameise habe ich wohl erst dann erwischt, als wir mittags schon wieder an den Cabañas (geografische Koordinaten) waren.

Nach leckerem Mittagessen mit genialem Nachtisch (das wir irgendsoeine Frucht…) und einer gut eineinhalb-stuendigen Siesta in den Haengematten stand dann “Tubing” auf dem Programm. Das bedeutet, man schnappt sich einen grossen, donut-foermigen Schlauch, geht zu einem Fluss und laesst sich auf dem Schlauch die Stroemung entlang treiben. Wenn man Pech hat, reisst einen das Wasser vom Schlauch und man muss erst wieder muehsam auf sein Gefaehrt krabbeln. Wenn man ganz grosses Pech hat, reisst es einen vom Schlauch, waehrend das Wasser nicht tief und der Boden voller grosser Steine ist und schlaegt dann mit dem Ellenbogen (Richard) oder dem Oberschenkel (ich) hart auf.

Allerdings war das Tubing eigentlich nur ein Ersatzprogramm. Urspruenglich war geplant, nachmittags in den Dschungel zu laufen, um dort zu uebernachten. Orlando war aber der Ansicht, das Wetter waere dafuer zu schlecht gewesen. Die letzten Tage hatte es geregnet und heute war der erste Tag ohne grossartigen Niederschlag. Wir uebernachten also noch eine zweite Nacht in den Cabañas unter unseren Mueckennetzen.

Zugehoerige Gallerie: Dschungeltour Tag 2

Ab in den Dschungel 16. September 2008, 18:20 EST : -77°55'30.00"E / -1°4'40.80"N (Lagune im Dschungel)

Vor gut acht Stunden wurden wir von einem Wagen in Richtung Urwald verfrachtet. Irgendwo am unspektakulaeren Wegesrand mit unserem Fuehrer ausgesetzt, begann dann die eigentliche Tour. Bereits nach wenigen Metern war dann aber auch schon Schluss mit unspektakulaer und ueberall zwitscherte, rasselte und plaetscherte etwas. Der Weg fuehrte zuerst an einem Fluss entlang/durch einen Fluss/ueber einen Fluss. Wie sich schnell herausstellte, hatte mein rechter Gummistiefel (Ausruestung wurde wieder von der Touragentur bereitgestellt) ein Loch. Ein nasser Fuss war die Folge. Einige Zeit spaeter ging es dann zwei Wasserfaelle hoch, die aufgrund des Regens gestern recht kraeftig waren. Danach stoerte der nasse Fuss dann nicht mehr wirklich. Ich glaube, an den Schultern war mein T-Shirt noch trocken.

Nach zwei kurzen Baedern unter zwei weiteren, kleineren Wasserfaellen bog der “Weg” vom Fluss weg tiefer in den Wald ab. Unser Guide Orlando erklaerte unterwegs einige Pflanzen, auch in Hinblick darauf, wie die Kultur der dort lebenden Menschen diese z.B. zur Kommunikation (bevor es Handys gab) verwendete. So wurde auf die Wurzelansaetze eines bestimmten grossen Baumes geschlagen, wobei das entstehende Geraeusch noch gut 500 Meter weiter zu hoeren ist.

Nach dem Mittagessen in dem Haus eines Bauern fuehrte uns Orlando dann zu einer Lagune, die quasi direkt um die Ecke von dem Haus liegt. Ich glaube, dazu brauche ich nicht viel zu schreiben und verweise direkt auf die Fotos. Heute war sowieso ein Tag, an dem wir viele postkarten-reife Fotos schiessen konnten.

Nach der Lagune wurden wir dann samt Verpflegung fuer zwei Tage mit dem Auto zu einer Bruecke ueber den Rio Iloqulin gebracht. Von dort ging es dann etwa 20 Minuten entlang des Flusses zu den sogenannten Cabañas, wo heute uebernachtet wird. Die Cabañas sind ein Komplex aus Schlaf-, Koch- und Toilettenhuette. Alles in Allem sind das recht charmante Haeuschen hier mitten im Dschungel. Unter den Schlafraeumen ist ein grosser, offener Raum mit Haengematten. Waehrend ich diesen Eintrag schreibe, liege ich gerade in einer.

Obwohl es jetzt schon recht dunkel ist, kann man mit dem Licht einer einzigen Kerze doch noch recht gut lesen und schreiben. Ein oder zwei Gluehwuermchen schwirren hier gerade auch umher. Ich haette nicht gedacht, dass diese Tierchen so hell leuchten…

Zugehoerige Gallerie: Dschungeltour Tag 1

Regen, Regen, Dschungeltour... 15. September 2008, 14:23 EST : -77°48'55.80"E / -0°59'42.00"N (Park in Tena)

Wir haben vorhin eine Tour in den Urwald ueber 3 Tage festgemacht. Los geht’s morgen frueh ab 8 Uhr und die zweite Nacht wird gerade mal unter einem Strohdach verbracht. Das bedeutet faktisch, dass man sich im Fluss waescht und das Klo ueberall ist. Darueber hinaus gibt es auch kein Internet. Insofern sag ich schonmal bis Donnerstagabend oder Freitag.

Viel passiert ist heute bisher nicht und wird wohl auch nicht. Es regnet. Wenn das Wetter besser wird, gehen wir hier eventuell noch in einen Park mit einheimischen Pflanzen.

Ich hatte uebrigens die Angabe der Laengen- und Breitengrade konsequent vertauscht und habe das mal kurz korrigiert. Danke an Richards Vater fuer den Hinweis.

Zugehoerige Galerie: <txp:wet_link href="48" />

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